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Ein Thron fürs Ei

Liebe Kundinnen und Kunden,

es gibt sie in den verschiedensten Formen, Farben und Materialien: Eierbecher. Ob als edles Designer-Objekt oder schlichtes Plastikteil – ohne sie wäre es ganz schön schwierig, ein Ei mit Sitte und Anstand auszulöffeln. Denn wenn die untere Hälfte des gekochten Eis umkippt, läuft bekanntlich das noch flüssige Eigelb raus. Und aus der Waschmittel-Werbung von früher wissen wir, dass „Ei, Blut, Kakao“ zu den hartnäckigsten Flecken zählen.

Vielleicht sind Eierbecher deshalb schon bei den Römern bekannt gewesen. Erst seit dem 17. Jahrhundert tauchen sie regelmäßig in mitteleuropäischen Adelskreisen auf, natürlich aus edlem Material wie Gold und Silber, mit Juwelen verziert. Becher aus Silber gehören immer noch zu den traditionellen Geschenken, etwa zu Taufen. Die heutige Form der Eierbecher mit der runden Öffnung, in der das Ei „thront“, begann ihren Siegeszug von Frankreich aus. Während einer Übergangszeit gab es in Deutsch­land wendbare Becher mit einer runden und einer ovalen Öffnung. Denn hier zu Lande legte man damals noch das kaum gekochte Ei längs in das Gefäß und löffelte es nach dem Aufklopfen nicht aus, sondern tunkte Brot hinein, bis die Schale leer war.

Um Flüssiges ging es auch bei zweckentfremdeten Eierbechern, in denen ein Apotheker aus New Orleans sein Brandweingemix servierte. Da die Amerikaner das französische Wort für Eierbecher, „coquetier“, nicht aussprechen konnten, machten sie „cocktail“ daraus – so jedenfalls will es die Legende.

Heute zählen Eierbecher zu Kultobjekten, beispielsweise das „Huhn Sonja“, der klassische DDR-Eierbecher von Sonja-Plastik. Die Vielfalt der Aufbewahrungsmöglichkeiten bildet ein Paradies für Sammler: aufblasbare Mini-Schwimmringe, Basketballkörbe aus Draht, Kunstoff-Hände, Ufo-Becher stellen mittlerweile die schlichteren Varianten mit aufgedruckten Ansichten von Ferienorten oder Hotels in den Schatten. Doch für welches Modell auch immer Sie sich entscheiden: Es kommt vor allem auf dessen Inhalt an.

Viel Spaß beim „Bechern“ und einen guten Appetit wünscht Ihnen

Ihr

Andreas Klose

 
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